Mitteilungen der Stadt Ahlen Nachrichten

Stadt und Stadtwerke treffen Vorbereitungen für Energieversorgung im Winter

Informierten über den Stand der Vorbereitungen für den Winter: v.l. Dr. Alfred Kruse, Dr. Alexander Berger, Uwe Halbe, Thomas Köpp.

Nicht jeder Vorschlag, wie sich Energie effektiv einsparen lässt, hält, was er verspricht, meint Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse. Die Temperatur im Freibad absenken? „Bringt weniger als man glaubt.“ Die Straßenbeleuchtung früher ausschalten? „Überbewertet.“ Da in Ahlen schon sehr sparsame LED-Leuchten die Straßen bei Nacht erhellen.

Für wesentlich besser findet es Kruse, wenn jeder in den eigenen vier Wänden nach Einsparpotenzialen sucht und aktiv wird. „Jedes Grad Temperatur weniger bringt 6 Prozent Einsparung, Energie und Kosten“, wiederholt er einen zwar hinlänglich bekannten, aber dafür ungemein effizienten Ratschlag. Denn eines sei klar: Der Winter kommt.

Es ist nicht Kruses Sache, im Angesicht der aufziehenden Herbst- und Winterzeit in Aktionismus zu verfallen. Anstatt wenig überlegte Einfälle auf den Tisch zu legen, präsentiert er lieber Fakten. Und die lassen eine klare Tendenz erkennen. Die Ahlener haben sich auf die angespannte Gasversorgung eingestellt und längst mit dem Energiesparen begonnen. 5 Prozent weniger Gas sind im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbraucht worden. „Und das abseits des Wetters“, sprich um Witterungseinflüsse bereinigt, betont der Geschäftsführer. Das Bewusstsein für das, was die Stunde geschlagen habe, sei in Ahlen also messbar vorhanden. Anders ausgedrückt: „Energiesparen ist wieder in.“

Dennoch ist er mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger einer Meinung, dass es kein zu viel an Spartipps geben kann. Demnächst soll ein spezifisch für Ahlen aufgebautes Internetportal Zugang zu den Informationsangeboten der Verbraucherzentrale, der Stadtwerke und auch der Stadt bieten. „Zudem wird nach der Sommerpause ein runder Tisch zur Energieversorgung seine Arbeit intensivieren“, kündigt der Bürgermeister an. Das Thema sei nun Angelegenheit der ganzen Stadtgesellschaft. Ergänzt um Partner wie Jobcenter, Sozialamt, Schuldnerberatung und Verbraucherzentrale würden auch die sozialen Folgen der Gaspreisexplosion genau beobachtet. Selbstverständlich werde die Lage auch mit der Politik erörtert. „Das ist mir sehr wichtig“, wiederholt Berger seine Ansicht, dass es sich um eine die ganze Stadtgesellschaft betreffende Angelegenheit handele.

Berger und Kruse wollen um jeden Preis sämtliche Vorbereitungen treffen, um lokal handlungsfähig zu bleiben. „Am Ende aber“, beschreibt der Stadtwerke-Geschäftsführer nüchtern, „sind wir als Kommune abhängig von den Vorgaben der Bundesregierung und Bundesnetzagentur.“ Mit einem Stufenplan, den Stadtbaurat Thomas Köpp derzeit entwickelt, will die Stadt vorausschauend auf gegebenenfalls sinkende Gasmengen reagieren. Dazu werden jetzt die Potenziale öffentlicher Gebäude ermittelt. Die Heizwärme zu reduzieren, könne eine Maßnahme sein. „Für Kitas gilt das wohl eher nicht“, schränkt Köpp ein und macht deutlich, dass abgestuft und mit Augenmaß reagiert werde. Drei städtische Gebäude, die noch über keine Wärmeregelung verfügen, werden bis zum Winter nachgerüstet.

Abgeschlossen haben die Stadtwerke unterdessen ihre Untersuchung, welche Verbraucher im Stadtgebiet zu den geschützten und welche zu den ungeschützten Kunden zählen. Bedeutet: Wer im Notfall vom Gasnetz getrennt und wer weiterhin mit Gas versorgt wird. Private Haushalte, Krankenhäuer, Wohnheime, Schulen und sonstige wichtige öffentliche Einrichtungen werden am Netz bleiben, so viel steht fest. Die Abschaltung würde größere gewerbliche Kunden treffen. „Die nicht geschützten haben wir informiert“, sagt Uwe Halbe, Geschäftsführer der Netzgesellschaft. Eine Abschaltliste sei für den Fall der Fälle vorbereitet.

Den Vertretern von Stadt und Stadtwerken ist trotz aller Ungewissheit über die Szenarien, die in den nächsten Monaten eintreten können, eines besonders wichtig: „Wir tun, was man tun kann und was Sinn macht“, so Bürgermeister Berger. Eine Lehre der gegenwärtigen Krise sei es, die Energiegewinnung und Energienutzung noch mehr in den Fokus kommunaler Planungen zu rücken. Bergers Wunsch wäre es, „bestenfalls autark zu werden von Energiezulieferungen.“ Die aktuellen Ereignisse wirkten als „Treiber“ und motivierten viele, die Gasabhängigkeit zu reduzieren.

Quelle: Stadt Ahlen | Foto: Stadt Ahlen

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Ich bin Michael Kayser, in Ahlen geboren und aufgewachsen und lebe seit 49 Jahren in meiner Heimatstadt Ahlen. ‘Ahlen.info’ wird von mir privat betrieben und ist ein werbefreies, nicht kommerzielles Projekt.
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