Mitteilungen der Stadt Ahlen Nachrichten

Kitas entwickeln gemeinsame Konzepte zum Kinderschutz

Tanja Teufel und Henk Göbel berichteten über den Aufbau von Schutzkonzepten in Kitas.

Als den „worst case“ bezeichnet es Marina Bänke, wenn ein Kind Opfer sexuellen Missbrauchs oder anderer Form von Gewalt wird. „Eine Horrorvorstellung, das will keine Kita in der eigenen Einrichtung erleben“, so die städtische Gruppenleiterin für Kinder, Jugendliche und Familien. Zuverlässige Schutzkonzepte seien in der Kindertagesbetreuung deshalb besonders wichtig.

Sie geben Klarheit darüber, wie präventiver Kinderschutz in Kindertageseinrichtungen gelingen kann, damit solche Szenarien erst gar nicht passieren. Die Ahlener Kitas sind sich ihrer Verantwortung bewusst und entwickeln trägerübergreifend Schutzkonzepte. Auf Initiative und Einladung des Ahlener Jugendamtes kamen jetzt fast alle Kindertageseinrichtungen und die Fachberatung Kindertagespflege zu einer ganztägigen Veranstaltung im Ratssaal zusammen. Das Ziel sei laut Bänke, „den ersten Schritt zu machen und dafür zu sorgen, dass die Kitas in Ahlen ein sicherer Ort sind und bleiben.“

Schul- und Sozialdezernentin Stephanie Kosbab betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig es sei, an die Aufgabe „gesamtstädtisch“ heranzugehen. Als Experte beleuchtete Henk Göbel von der Kindernothilfe e.V. die Rolle, die erzieherische Fachkräfte praktisch einnehmen. „Wenn männliche Erzieher Kinder nur auf den Schoss nehmen dürfen, wenn Eltern nicht dabei sind, dann ist es kein Konzept. Das ist ein Umgehen von Themen. Verbote werden aufgestellt, aber nichts ist geklärt.“ Fälle zeigten, dass sich Täter von Institutionen angezogen fühlen, in denen sie einen direkten Kontakt zu Kindern haben und institutionelle Schutzmechanismen fehlen.

Der Austausch stand im Mittelpunkt der Fortbildung.

Erzieherinnen und Erzieher aller Ahlener Kitas trafen sich im Ratssaal zu einer Fortbildung über praktischen Kinderschutz in der Einrichtung.

Mehr als 30 Prozent aller Kinder, die Opfer sexueller Gewalt werden, erleiden die Tat in Institutionen. Schutzkonzepte müssen niedrigschwellig Möglichkeiten vorsehen, in denen sich Kinder über unerwünschtes Verhalten beschweren können. Den Einrichtungen nahm Göbel die Sorge vor dem Aufbau entsprechender Konzepte. „Niemand braucht in der Regel bei null anzufangen.“ Tatsächlich zeigte sich in der Veranstaltung, dass in allen Ahlener Einrichtungen die Beschwerdewege klar geregelt sind und die Kinder diese auch kennen. Mit dem richtigen Personalmanagement könne ein Beitrag für die Sicherheit der Kinder geleistet werden. Göbel empfahl, Bewerberinnen und Bewerber schon im Vorstellungsgespräch zu ihrem Verständnis über Nähe und Distanz zu befragen.

Tanja Teufel, Verbundleitung der acht Kitas in katholischer Trägerschaft, berichtete von den Erfahrungen, die sie seit mehr als einem Jahr bei der Konzepterstellung machen durfte. Trotz hohen Aufwands lohne es sich, diesen Weg einzuschlagen. „Am Anfang gab es Fragen über Fragen, die wir uns gestellt haben: Wie geht das Erarbeiten eines Schutzkonzeptes? Was soll darin verankert sein, welche Inhalte sind vorgegeben?“ Fortgesetzt wird die im Rahmen der Kinderschutzwochen vom Jugendamt der Stadt Ahlen begleitete Veranstaltung nächsten Monat.

Quelle: Stadt Ahlen | Fotos: Stadt Ahlen

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Ich bin Michael Kayser, in Ahlen geboren und aufgewachsen und lebe seit 49 Jahren in meiner Heimatstadt Ahlen. ‘Ahlen.info’ wird von mir privat betrieben und ist ein werbefreies, nicht kommerzielles Projekt.
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