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Das Mammut-Tierheim in Ahlen schlägt Alarm

Der bevorstehende Herbst und Winter und die damit verbundenen Belastungen – im Besonderen die explodierenden Energie- und steigende Tierarztkosten - stellen das Mammut-Tierheim in Ahlen vor enorme Herausforderungen. Ohne rasche und unbürokratische Hilfe seitens der öffentlichen Hand stehe man vor einer ungewissen Zukunft.

„In den kommenden Wochen und Monaten werden die explodierenden Kosten dazu führen, dass der Tierschutz in Ahlen an seine Grenzen kommt“, sagt Christiane Schäfer. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen und Umgebung e.V. blickt düster in die Zukunft. Bereits seit Jahren könne man den Tierheimbetrieb zeitweise nur durch die Hilfe tierlieber Unterstützer finanziell stemmen. Für die Betreuung der Tiere müsse das Tierheim sogar noch Spendengelder zuschießen, damit die Tiere gut versorgt seien. „Das ist ein Unding – vor allem angesichts der aktuellen Herausforderungen.“

Die Tiere, insbesondere die Katzen, träfen in desolatem Zustand im Tierheim ein, hohe tierärztliche Behandlungskosten seien die Folge, die unbezahlten Tierarztrechnungen häuften sich.

Finanzielle Rücklagen besitze das Tierheim Ahlen keine mehr. Man wirtschafte quasi von der Hand in den Mund.

Geld für dringend notwendige Investitionen wie zum Beispiel eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hundehauses, die die Energiekosten senken würde, gebe es nicht. Mittel für anstehende Sanierungen oder Umbauten, fehlten vorne und hinten. Die neuen Tierhäuser seien energetisch gut aufgestellt, beim alten Hundehaus hingegen könne von „Energieeffizienz“ keine Rede sein. „Wir müssen davon ausgehen, dass sich unsere Energiekosten in der kommenden Heizperiode verdreifachen“, sagt Christiane Schäfer.

Auch die Preise für Tierfutter ziehen an, während das Tierheim täglich rund 120 hungrige Mäuler zu stopfen hat. Die Erhöhung des Mindestlohns und eine Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte ab Herbst führen dazu, dass auch die Ausgaben für das Tierheimpersonal und für tiermedizinische Behandlungen in die Höhe schnellen. Alleine werden wir das kaum überstehen, zumal die Spendengelder rückläufig sind“, sagt Christiane Schäfer und appelliert an die politisch Verantwortlichen: „Wir sind jetzt dringend auf rasche und unbürokratische Hilfe angewiesen.“

Tierheime existenziell bedroht

Mit der derzeitigen Situation ist das Tierheim Ahlen jedoch nicht allein. Bundesweit fürchten Tierheime und tierheimähnliche Einrichtungen um ihre Existenz. Trotz jahrelanger Warnungen des Deutschen Tierschutzbundes, der rund 550 Tierheime vertritt, hat sich politisch kaum etwas bewegt. Während die Kommunen jährlich 380 Millionen Euro an Hundesteuer einnehmen, würden diese Mittel in den Tierheimen nicht ankommen.

Stattdessen haben die Tierheime mit neuen Belastungen zu kämpfen: Durch die Hundeverordnungen der Länder landen insbesondere große Hunde und Hunde bestimmter Rassen im Tierheim, die nur schwer wieder vermittelt werden könnten und lange Zeit im Tierheim säßen.

Zudem landen viele im Internet gekaufte Hunde und Katzen nach der ersten Begeisterung im Tierheim.

Die Forderungen der Tierschützer, dem illegalen Welpenhandel im Internet durch ein Verbot oder zumindest eine Regulierung des Onlinehandels mit Tieren einen Riegel vorzuschieben oder durch einen verpflichtenden Sachkundenachweis die unüberlegte Anschaffung von Tieren zu verhindern, blieben bisher ungehört.

Foto: Symbolfoto/meineresterampe auf Pixabay

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Ich bin Michael Kayser, in Ahlen geboren und aufgewachsen und lebe seit 50 Jahren in meiner Heimatstadt Ahlen. ‘Ahlen.info’ wird von mir privat betrieben und ist ein werbefreies, nicht kommerzielles Projekt.
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