Ausstellung „Bei allem, was Recht ist, …“ im Bürgerzentrum Schuhfabrik

Es ist eine besondere Zeit. Lockdown-Zeit. Wende-Zeit? Krisen-Zeit? Auf jeden Fall eine Zeit, die vieles auf den Kopf stellt, einschränkt, vieles wie durch ein Brennglas fokussiert und verschärft, alte Räume verschließt, aber auch neue Räume eröffnet. Doch was für Gefühle und gesellschaftliche Dimensionen machen sich breit, werden aber nicht sichtbar? Was fehlt in dieser Zeit?

Das Bürgerzentrum Schuhfabrik lädt zu dieser Fragestellung Künstlerinnen und Künstler ein, um sich künstlerisch mit dieser Fragestellung auseinanderzusetzen. Die nächste Ausstellung „Bei allem, was Recht ist, …“ ist vom 4. bis zum 14. Februar 2021 im „Raum der Veränderungen“ von außen zu sehen und hören.

Eine Melodie erklingt und auf einmal ist „Pandemia Covidson“ da. Sie ist eine Person mit starken Charakterzügen und unendlicher Tyrannei. „Der Song Pandemia Covidson ist schon ein Stilbruch, betrachtet man die Richtung meiner Musik außerhalb von Pandemie und Krise. So ist wohl aus der Situation heraus, den „Umständen“ entsprechend, mal ein bisschen Satire entstanden, die nicht nur mich, sondern auch meine Hörer überraschte“, so die Liedermacherin, Sängerin, Gitarristin und Schlagzeugerin Luisa Laakmann aus Oelde. Der Song und der Videoclip entstand im Herbst 2020 und ist ein Teil der neuen Ausstellung „Bei allem, was Recht ist, …“ im „Raum der Veränderungen“ der Schuhfabrik.

Über diesen Song entstand die Arbeit „Bei allem, was Recht ist, …“ von Dana Fiedler. Die Bedeutungen des Titels beschreiben das Spiel der Arbeit von Dana Fiedler deutlich: „Bei allem Verständnis“ und das Recht betreffend. Zunächst als „Goldshootings“ in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Andreas Thiel geplant sind nun politisch aufgeladene Photos einer Justitia mit dem Grundgesetz in der Waagschale entstanden. „Ein oberflächliches Aktshooting war im Hinblick auf die gesellschaftspolitische Situation keine Option. Luisa Laakmann und ihrer Pandemia Covidson entstammte der Impuls zur politischen Wendung“, so Dana Fiedler. Eine Arbeit, die auf poetisch körperlich naher Weise unbequeme Fragen stellt.

Fragen stellt auch die Dritte im Bunde. Esther Gallers Beitrag zur Ausstellung sind zwei online-Umfragen unter dem Titel „geht’s noch?“. Die erste Umfrage befasst sich mit der psychischen Gesundheit während des Lockdowns. Die Befragten können detailliert ihr Befinden beschreiben und skalieren, sowie einen Eindruck ihrer psychischen Widerstandskraft erhalten. Die zweite Umfrage befragt den Umgang mit Medien, Maßnahmen und Mustern des eigenen Verhaltens während der Maßnahmen Beide Umfragen können anonym bequem per QR-Code von den Besuchern auf dem Handy beantwortet werden.

Und bei allen Fragen, die die Ausstellung „Bei allem, was Recht ist, …“ stellt, eine Antwort gibt Luisa Laakmann: „ Hört Musik!“

Die Historie dieses kleinen ca. 10 qm Raumes erzählt vom Öffnen und Schließen von Räumen in dieser Zeit. Ursprünglich als Kickerraum genutzt, war der Raum mit dem Beginn von Corona ein unbelebter Raum. Jetzt eröffnet er sich als Ausstellungsraum, der das Potenzial in sich trägt, die künstlerischen Positionen, egal welche Maßnahmen gerade gelten, immer in die Öffentlichkeit wirken zu lassen. Er liegt direkt neben der Kneipe/Gastronomie und ist von dort aus zugänglich und er hat zwei große Fenster, die direkt nach Außen in den öffentlichen Raum wirken. Mit dieser niedrigen Schwelle zum Alltäglichen eröffnet die Schuhfabrik diesen „Raum der Veränderungen“ immer analog und digital.

Kurzbiographien:

Dana Fiedler (39) ist ein „echtes Ahlener Kind“ und nie weggezogen. Sie studierte
Kunst und Philosophie in Dortmund und machte dort ihren Abschluss fürs Lehramt. Seit 2018 arbeitet die Mutter von vier Kindern auf der anderen Seite des Pultes am Städtischen Gymnasium in Ahlen.

Esther Galler (37) lebt in Sendenhorst und hat in Ahlen Abitur gemacht. Nach dem Lehramtstudium in Rostock machte sie eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin. Heute arbeitet sie als Fachkraft für Integration und selbstständig als Psychologische Beraterin und Kommunikationstrainerin: www.schulklassen-coaching.de

Luisa Laakmann (27) ist Liedermacherin, Sängerin, Gitarristin und Schlagzeugerin aus Oelde in NRW. Mit ca. 14 Jahren startet sie, eigene Songs zu schreiben, mit ihrer Gitarre live aufzutreten und auf der Straße zu spielen. 2011 erscheint ihr erstes Album „Illusion“. Nach dem Abitur 2012 bricht sie auf nach Südamerika, wo sie sich einige Jahre als Straßenmusikerin durchschlägt. In Buenos Aires/Argentinien lebt und waltet sie einige Jahre als Musikerin, gründet diverse Musikprojekte und Formationen und nimmt unter anderem die EP „Freedom Fighter Choices“ (2018) auf. Sie tourt durch Argentinien, Uruguay und Brasilien und nicht zu vergessen immer wieder durch Deutschland, wo sie nun wieder lebt und an einem neuen Album arbeitet. Für mehr Infos und Musik schaut auf ihrer Website vorbei: www.luisalaakmann.com

Aktuelle Ausstellung:

Dana Fiedler | Esther Galler | Luisa Laakmann
Bei allem, was Recht ist, …
4. – 14. Februar 2021

Kommende Ausstellungen:

4. Ausstellung
Marita Bullmann – Essen – „Aktionsradius“
18. Februar – 28. Februar 2021

5. Ausstellung
Bürgerzentrum Schuhfabrik – Ahlen

„Was fehlt?“ ist ein Projektbaustein 2020 im Rahmen der Konzeptförderung der Schuhfabrik Ahlen „Willkommen im echten Leben – Digitalisierung und analoge Räume“ und wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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